Albtraum Logo-Entwicklung


12 Mar
12Mar

Logo-Entwicklung ist für viele Stadtwerke-Manager ein Graus: Man muss damit in der Regel in den Aufsichtsrat, die Diskussionen ufern aus, irgendwann sagt einer: „Das hätte meine Frau auch gekonnt, warum zahlen wir dafür so viel Geld?“ 

Solche Situationen kann man ganz einfach vermeiden. Der Trick ist, Logos, ob für Unternehmen, Produkte oder Projekte so zu behandeln wie technische Projekte: Keine Maschine wird ohne ein Lastenheft angeschafft. Kein Gebäude wird gebaut, ohne zu wissen wofür. Ähnlich bei Logos: Man muss die Kriterien benennen, an die sich der Grafik-Designer halten soll. 

Anschließend kann und sollte man sich als Entscheider ebenfalls an diesen Kategorien orientieren, wenn es um die Bewertung geht. Anstrengend sind Diskussionen in den Kategorien „Schön – nicht schön“ oder „Gefällt mir nicht“. Mit solchen Argumenten kommt man bei Logo-Diskussionen nicht weiter. Besser ist es zu fragen: Hat der Entwickler die Vorgaben erkannt und eingehalten? Funktioniert das Logo auch in Schwarz-Weiß? Kann man damit Kleidung besticken? Eine weitere Kategorie ist die Frage: Entspricht die gefundene Lösung dem Branchenstandard: Machen andere das auch so? Schließlich das Kriterium: Ist die Lösung zeitgemäß: Sehen Logos heute so aus? Werden diese Farben generell für dieses Zwecke verwendet? 

Überhaupt die Zweckmäßigkeit: Oft wird vergessen, dass ein Logo ja eine Aufgabe erfüllen soll. Diese Aufgabe wurde (hoffentlich) dem Designer am Anfang vermittelt. Und wenn es ein guter Designer ist, wird er die gefundene Lösung anhand von Argumenten und nachvollziehbaren Gedankengängen erläutern können. Hält man sich an Argumente und Kriterien sowie an das anfängliche Briefing, so kann es durchaus sein, dass zwei Designer zwei unterschiedliche Logos entwickeln. 

Wenn beide Lösungen die oben genannten Kriterien erfüllen, ist es am Ende des Tages egal, für welches sich der Aufsichtsrat entscheidet. Selbst wenn dabei die eigentlich unzulässige Kategorie „Schönheit“ herangezogen wird. Wer die Diskussionszeit innerhalb des Gremiums deutlich verkürzen möchte, sollte die Gremienmitglieder ganz am Anfang mitnehmen und Diskussionsspielregeln mitteilen: Nicht in geschmäcklerischen Kategorien denken und argumentieren, sondern in sachlichen, ziel- und zweckorientierten Kategorien denken. Das hilft.

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