13 Apr
13Apr

Offenbar wurden alle Katzenfotos und sämtliche Pizzen dieser Welt inzwischen gepostet. Facebook schwächelt und kann seinen Nutzerschwund in Deutschland nicht aufhalten. Das haben die Marktforscher von E-Marketer Ende vergangenen Jahres schon festgestellt. Die Analysten gehen von einem Rückgang von 0.9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Bereits 2018 musste Facebook in Deutschland einen Rückgang der monatlich aktiven Nutzer um 1,2 Prozent hinnehmen.

Den größten Rückgang verzeichnet das soziale Netzwerk in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren. Hier hat fast jeder Fünfte die Plattform verlassen. Bei den Nutzern unter 25 Jahren hat sich knapp jeder Zehnte verabschiedet. Die Experten gehen davon aus, dass dieser Abwanderungstrend in spätestens drei Jahren auch die Altersgruppe der Bis-34-Jährigen erreichen wird.

Die Wettbewerber profitieren. Dazu gehören Snapchat, TikTok und sogar Twitter. Mit einem Plus von 10,4 Prozent ist der größte Profiteur allerdings Instagram (gehört wie WhatsApp letztlich aber auch zu Facebook).

Sollte der Trend weiter anhalten, wird Facebook dasselbe passieren wie so manchem Rundfunkprogramm: Es wird mit seinen Nutzern älter und verschwindet damit allmählich aus dem Fokus. Während Radioprogramme aber immer mal wieder Musikfarbe, Moderatoren und Jingles auswechseln können, um sich für nachwachsende Zielgruppen zu öffnen (WDR4 klingt z. B: heute ganz anders als vor fünf Jahren noch), kann Facebook das nicht. Denn Facebook hat keinen redaktionellen Zugriff auf die Inhalte. Diese kommen von den Nutzern selber (user generated content). Und es sind eben überwiegend „Nachrichten“ über Katzen und Pizzen.

Unternehmen, die Facebook als Kommunikationskanal nutzen müssen das wissen. Und dürfen gleichzeitig die bisherigen Kanäle nicht vernachlässigen. Das gilt insbesondere für die Old-School-Kanäle im Offline-Bereich: Radio, TV, Print, Point of Sale, Point of Interest, Sponsoring, Customer Service etc. Damit wird Unternehmenskommunikation immer anspruchsvoller.


 
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