Marketing bei Stadtwerken: Empfehlungsgeber statt Kugelschreiber-Lieferant


23 Jul
23Jul

Vor kurzem leitete ich einen Workshop bei einem bayerischen Energieversorger (450 Mitarbeiter). Es ging um die Frage: Welche Rolle spielt das Marketing-Team? Immer noch wird nämlich bei Stadtwerken das Marketing-Team als reiner Dienstleister begriffen. Dort werden Kugelschreiber, Luftballons und Flyer „bestellt“. Richtigerweise muss das Marketing aber vom internen Dienstleister zum internen Berater aufrücken. Dort muss es einen Überblick über alle Projekte geben, die eine Außenwirkung erzeugen – vom Tiefbau über den neuen Busfahrplan bis hin zu Beteiligung an Regionalmessen.

Erst wenn das Marketing diesen Überblick gewonnen hat, kann es sachlich fundierte Empfehlungen geben, wenn es um den Sinn und um die richtige Zielsetzung von Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen geht. Gelingt dieser Rollenwechsel, dann sind die „Marketingfuzzis“ nicht länger „Fuzzis“, sondern können als Seismograf für Marktentwicklungen und als Informant und Empfehlungsgeber für Vertrieb, Geschäftsleitung und Abteilungsleiter auftreten.

Neben der aktiven internen Informationsbeschaffung über mittel- bis langfristige Unternehmensprojekte und deren sinnvolles In-Bezug-Setzen muss das Marketing-Team in aber auch zeitgemäß agieren können: Agil, dynamisch und ohne Rücksicht auf Organigramm, Hierarchien und festgeschriebene Verfahrensweisen. Stattdessen muss es um zielorientiertes Handeln gehen. Das Team muss wirklich als Team, sich gegenseitig helfend und unterstützend arbeiten können. Fehler müssen gemacht werden dürfen. Kanban-Tools helfen, das Team auch dezentral (= Home Office) zu organisieren. Das Markteting-Team des o. gen. bayerischen Versorgers ist nun auf gutem Wege. Es gilt allerdings – wie überall – der Satz von Albert Einstein: „Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.“

E. Prünte

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