Unternehmenskommunikation im Innern


18 Jun
18Jun

„Die Rolle der Unternehmenskommunikation wird in Zukunft viel stärker nach innen gerichtet sein, sodass die Mitarbeiter als Zielgruppe eine ganz neue Bedeutung erlangen.“ Das ist das Fazit einer Untersuchung der Münchner Agentur Engel & Zimmermann. Befragt wurden 50 Geschäftsführer von meist mittelständischen Unternehmen. 

Weiteres Eregbnis: Kommunikation bekomme mehr und mehr die Aufgabe vorauszusehen, was auf Unternehmen zukommt. Wie in vielen anderen Bereichen, hat Corona auch bei der internen Kommunikation Schwachstellen offengelegt. Gerade Produktionsmitarbeiter konnten aufgrund ihrer Arbeitsweise ohne Computerzugang nicht über Videomeetings oder das Intranet erreicht werden. Digitale Lösungen, wie eine eigene Mobile-App, haben trotzdem nur 6 Prozent der befragten Geschäftsführer als Instrument der internen Kommunikation eingesetzt. Um alle Mitarbeiter zu erreichen, haben 62 Prozent der befragten Unternehmen auf ein klassisches, analoges Instrument zurückgegriffen: das Mitarbeiterschreiben. Der analoge Aushang hat also eine wahre Renaissance erlebt. Zudem zeigt die Umfrage, dass das Management das Ziel verfolgte, seine Mitarbeiter nicht nur regelmäßiger (75 Prozent), sondern auch transparenter (44 Prozent) über aktuellen Entwicklungen zu informieren. „Die Corona-Pandemie hat Defizite in der internen Kommunikation offengelegt, die sich aber durch eine verbesserte digitale Infrastruktur gut beheben lassen“, schlussfolgert Engel & Zimmermann. 

Etabliert hat sich inzwischen als beliebtes Tool der internen Kommunikation die Video-Konferenz etabliert. Nachdem gelernt wurde, wie die Technik (insbesondere die Mikrofonstummschaltung zu bedienen ist), kommt es jetzt darauf an, zu lernen: wann Video, wann echtes, analoges Meeting. Logisch ist die mit den Videomeetings zusammenhängende damit Erkenntnis: Es wird weniger Dienstreisen geben. Unter Corona haben die Menschen nicht nur erkannt, wie viel Geld sich einsparen lässt, sondern auch wie viel Zeit frei wird. zeit, die vor Corona im Stau, am Bahnhof oder im Airport-Terminal verbracht wurde. Auch die Option Home Office wird nicht wieder ganz verschwinden. Auch dies hängt mit der Möglichkeit der Videomeetings zusammen und mit der Möglichkeit remote auf Firmeninhalte zuzugreifen. 

Durchweg positive Erfahrungen mit der Heimarbeit haben im Rahmen der oben genannten Befragung 35 Prozent der Teilnehmer verbucht. Rund 42 Prozent machen sich allerdings langfristig Sorgen um den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern und die Integration von neuen Kollegen in bestehende Teams. Auf Teamleiter und Top-Management kommen also mit Blick auf die Unternehmenskultur und das erforderliche Wir-Gefühl ganz neue Herausforderungen zu. Diese Herausforderungen werden sich nicht allein mit Digitalisierung lösen lassen. Denn 80 Prozent der Kommunikation „finden unterm Tisch statt“, ist also intuitiv, atmosphärisch und wird bewerkstelligt durch Mimik, Gestik, Körpersprache.

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