Wie ein Alu-Koffer zur Weltmarke wurde: RIMOWA


05 Jan
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Die Marke RIMOWA fing ganz klein an, nämlich in Köln. Dort gründete Paul Morszeck zusammen mit Heinrich Görtz 1898 die Sattlerei Görtz & Morszeck. Zwei Jahre später folgte der Einstieg in eine kleine Musterkofferfabrik. 

Paul Morszeck überführte die Musterkofferfabrik 1908 in die “Koffer- und Lederwaren-Fabrik Paul Morszeck GmbH”, die sich auf die Herstellung besonders stabiler Koffer aus Holz und Leder konzentrierte. Ein Grund für die gewünschte Stabilität lag in der damals neuen Anwendung auf den Außengepäckträgern der Automobile. Anfang der 30er-Jahre übernahm sein Sohn Richard Morszeck den Betrieb und meldete 1931 die Marke Rimowa beim damaligen Reichspatentamt an. Rimowa steht für nichts anderes als “Richard Morszeck Warenzeichen”. 1937 fertigte Rimowa als eines der ersten Unternehmen einen Überseekoffer aus Aluminium. Das Modell war beliebt, wurde aber nur in kleiner Serie gefertigt; denn die Zielgruppe der Übersee-Reisenden war auch zu dieser Zeit recht klein. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Produktionsstätten in Köln weitgehend zerstört. 

Bis auf das Aluminiumblech verbrannten die meisten Materialien. Darum fertigte Richard Morszeck nach dem Krieg zunächst ausschließlich Aluminiumkoffer. Seinen Markendurchbruch verdankt Rimowa dem typischen Rillendesign, das 1950 erstmals entwickelt wurde. Ursprünglich diente die parallel gefalzte Aluminiumstruktur zur Stabilisierung der dünnen Aluminiumaußenhaut. Damit sollte auch bewusst an die legendären Junkers-Flugzeuge erinnert werden. Die konsequente Anwendung dieses markanten Designs ging so weit, dass auch die 1986 neu bezogene Unternehmenszentrale in Köln- Ossendorf komplett im Rillendesign gestylt wurde. Rimowa macht kaum Werbung, dafür viel Product Placement – vor allem in Kino- und TV-Thrillern. Die meisten RIMOWA-Koffer sind mittlerweile aus stabilerem und leichterem Polycarbonat. Der letzte Gründerenkel, Dieter Morszeck, ist aus der Geschäftsführung ausgestiegen. 2017 hat der französische Luxuskonzern LVMH 80 Prozent der Firmenanteile übernommen. Geblieben sind der Markenname sowie das Rillendesign. 

Mit Alexandre Arnault, dem Sohn des LVMH-Konzernchefs, gibt es auch wieder eine Art Inhaber-Geschäftsführer.

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